©Bernd Mielich
Don‘t Say Goodbye to Earth, 2022
Kunstwerk
Die Videoinstallation Don’t Say Goodbye To Earth untersucht, wie Ungleichheit und Gewalt selbst im Übergang zwischen Leben und Tod fortbestehen – insbesondere in den Körpern und Erfahrungen der „third world”*. Unter dem Leitmotiv CHAOS:CALM versteht Massan den Tod nicht als Ende, sondern als eigenen Lebensabschnitt, in dem Erinnerung, Ritual und Transformation ineinandergreifen. In simulierten Beerdigungen erforscht er Formen des Abschieds und der Heilung. Das Werk ist eine Auseinandersetzung mit Verlust – einer Großmutter, einer Cousine und eines Freundes.
*In seinen Interviews reflektiert Gabriel Massan den Begriff „third world“, der ihn seit jeher begleitet. Er beschreibt, dass diese Fremdzuschreibung durch Medien, Geschichtsschreibung und ökonomische Diskurse ein bestimmtes Bild formt. Für Massan eröffnet diese Zuschreibung zugleich einen Raum alternativer Möglichkeiten: ein anderes Weltverständnis, eine andere Zukunft. Diese Ambivalenz überträgt er in seine digitalen Arbeiten, in denen vielfältige Perspektiven und Erfahrungen zusammenfließen.
Gabriel Massan

Gabriel Massan (b. 1996, Rio de Janeiro, Brazil) is a Berlin-based multidisciplinary artist working with 3D animation, digital sculpture, games, sound, and interactive installations. His practice, which he calls fictional archaeology, uses storytelling and worldbuilding to construct digital environments that narrate situations of inequality and displacement. Through speculative narratives and immersive digital landscapes, Massan employs machinima techniques and interactive structures to simulate systems of conflict, control, and survival. His works challenge distorted conceptions of the Global South while investigating the possibilities of subversive otherness. By merging technological experimentation with political imagination, his practice frames the digital realm as a space for both critique and the creation of alternative futures.
©Bernd Mielich